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LINX Ernst Wilfried Huber

In LINX bringe ich meine Freude bildhaft zum Ausdruck, die ich im Umgang mit der Sprache erlebe. Wie ich mit ihr spiele und welche Überraschungen sie mir bietet.
Zugleich mache ich mich lustig, um nicht zu klagen, über die Auswüchse einer
„rechts-dominierten“ Welt.

Wie wäre es wenn links und rechts in Balance wären?
Was hätte dies für eine Auswirkung auf unsere Welt - unser Leben?

Ich selbst bin als Linkshänder geboren, hatte eine umgelernte Linkshänderin als
Mutter und wurde schon frühzeitig dazu angehalten, beim Zeichnen und Schreiben
die rechte Hand zu gebrauchen, weil dies so im Leben und in der Schule verlangt
werden würde. Als ein braves und fügsames Kind meinte ich, es würde schon so
richtig sein. Ich werde halt beide Hände trainieren, vielleicht zu meinem Vorteil.
Von den Folgen solch einer Entscheidung ahnte ich noch nichts, wie die meisten
Verantwortlichen damals in Elternhaus, Kindergarten und Schule.

Ich zeichnete und sang sehr gerne, liebte die Wasserfarben und zeichnete gerne
Bilder ab. In der ersten Klasse Volksschule wurde mir dies untersagt.

Ich wollte mit meiner verkrampften rechten Hand schön schreiben und übte fleißig
immer lockerer zu werden. Später erprobte ich verschiedene Schriftformen. Es gab
Leute, die an meiner Schrift gefallen fanden. Ich selbst war nie zufrieden und feilte
an meinem Strich. Manchmal versuchte ich das Zeichnen mit beiden Händen. Das
machte Spaß. Ich zeichnete gerne Pferde und konnte Menschenköpfe gut treffen.
Man staunte, wie ich meine Großmutter und meine Großtante treffend portraitierte
und wie ich meine Lehrer und Mitschüler karikierte. Ich war mit meinem Strich nie
zufrieden und arbeitete daran. An der Farben hatte ich eine große Freude und
versuchte mich neben Aquarell auch mit Ölfarbe und später auch mit Acryl.
Erst als ich es wagte, mit der linken Hand zu malen und teilweise zu zeichnen,
bekamen meine Bilder einen für mich befriedigenden Ausdruck.

Auch beim Geigenspiel und am Klavier merkte ich schmerzlich die Grenzen meiner
rechten Hand und ich verletzte sie auch sehr oft.

Allmählich wurde mir meine gestörte Situation bewusst, wozu auch Anstöße von
verschiedenen Seiten her beigetragen haben. Erst als ich mich entschloss meiner
linken Hand die Dominanz uneingeschränkt einzuräumen, begann ein
Heilungsprozess der noch immer auf vielen Gebieten andauert. Ich werde
insgesamt entspannter und meine starke Fehlsichtigkeit hat sich so gebessert,
dass ich nun ohne Brille zeichnen und malen kann. Meine Nackenverspannungen
sind weitgehend verschwunden und ich fühle mich beim Malen viel wohler.

So wie bei LINX - beim X am Schluss - geraten beim umgelernten Linkshänder die
beiden Gehirnhälften durcheinander und erzeugen Verwirrung und Energie-
Verschwendung.